Wissenswertes

Hier entsteht in den kommenden Monaten ein Bereich, in dem Sie allerlei Wissenswertes finden werden. 

 So zum Beispiel Buchempfehlungen von Erwachsenen- über Jugendlichen- bis zur Kinderliteratur.


Buchempfehlung " Wenn Papa jetzt tot ist, muss er dann sterben?"

Ralph Caspers

Wenn Papa jetzt tot ist, muss er dann sterben?

Verlag Bastei Lübbe AG, München 2020

S. 280

Schon der Titel dieses wunderbaren Buches zum Thema Kindertrauer vermittelt dem Leser, dass Kinder anders trauern, anders empfinden als Erwachsene.

„Meist kommt der Tod überraschend. Dann wissen wir nicht, wie wir mit der eigenen Trauer umgehen sollen. Und erst recht nicht, wie wir Kindern beistehen können.“ (Caspers, R.: S.21)            

Der Untertitel „Wie wir Kindern in Trauer helfen können“ macht die Intention des Buches deutlich.

Und im Klappentext heißt es: „Ralph Caspers zeigt, wie wir unseren Kindern diese schwere Zeit etwas leichter machen können, um sie am Ende wieder glücklich durchs Leben gehen zu sehen.“

Genau darum geht. Das vorliegende Buch versteht sich nicht als Rezeptbuch, das kann es auch nicht geben, wohl aber als Handbuch, das eine Anleitung für das Verhalten Erwachsener gegenüber trauernden Kindern und Jugendlichen sein kann.

Nahezu hundert Fragen leiten, einem Inhaltsverzeichnis ähnlich, den Leser durch den Trauerdschungel.

Da gibt es im ersten Teil Notfallpläne.

Eine Fragestellung dazu formuliert Caspers beispielsweise so: Was sage ich bei einem Todesfall zu einem Kind (oder Jugendlichen)? Caspers, R. S.25)

Der Autor antwortet: Seien Sie ehrlich. Damit ist gemeint, dass die Kinder aufrichtig und klar über den Tod, das Sterben und die bevorstehende Beerdigung informiert werden. Keine Umschreibungen wie: Mama ist eingeschlafen oder Familie X. hat ein Baby verloren. Caspers erläutert, welche Fantasien in der kindlichen Seele bei solchen Umschreibungen sich ihren Weg bahnen.

 

Im zweiten Teil gibt es Informationen für konkrete Beziehungssituationen.

Unter dem Leitgedanken Ein Elternteil verstorben. Was können Sie tun? finden wir beispielsweise ganz konkrete Hinweise, wie man mit Kindern sprechen kann, wie man auf deren unerwartete Trauerreaktionen (Wut, Verzweiflung, Regression, Verstummen…) reagieren kann und was man mit Kindern/Jugendlichen tun kann: Malen, schreiben, basteln, trommeln, gemeinsam in Bewegung kommen, lauten hier die Anregungen.

Im 3. Teil geht es dann um Häufige Fragen und weitere Informationen.                                          Die folgenden Leitgedanken können vermitteln, was hier beispielsweise wiederum ganz konkret angesprochen wird:

Was passiert bei und nach dem Tod mit dem Körper?

Wie lange dauert Traurigsein?

Gibt es eine Seele? Wo ist die dann?

Trauern Tiere auch?

 

Was dieses Buch so wertvoll für die Kindertrauerbegleitung macht, ist, dass nichts für Kinder Wichtiges und sie Berührendes ausgespart wird, dass es keine Tabus gibt. Alle Fragen sind erlaubt, sie werden nicht bewertet, sondern ehrlich und klar beantwortet. Es gibt Hinweise, was in Trauersituationen zu Kindern gesagt werden kann, aber auch, und das ist wichtig, was man ganz und gar nicht sagen soll.

 

Der Autor, Ralph Caspers, wir kennen ihn als Moderator der „Sendung mit der Maus“ oder bei „Wissen macht Ah“, beweist mit dem vorliegenden Buch, dass er sich einfühlen kann in kindliche Trauersituationen, die richtigen Worte findet und sie mutig und achtsam zugleich für  Kinder und Erwachsene für einen Notfallplan kartiert.

( Eine Empfehlung von Christa Johanna Gundt)

Buchempfehlung

Marianengraben

von Jasmin Schreiber

Eichborn Verlag, Köln 2020

253 Seiten, 20 Euro

Paula erlebt, wie sie der Tod ihres kleinen Bruders, zu dem sie ein inniges Verhältnis hat, aus der Bahn wirft. Tim ist während eines Urlaubs mit seinen Eltern im Meer ertrunken. Paula hatte sich nicht zu diesem Familienurlaub entschließen können. Nun plagen sie Schuldgefühle. Paula gerät in eine tiefe Depression. So tief wie der Marianengraben ist ihre Trauer und Verzweiflung. Schließlich kreuzt ein schrulliger, sehr gebrechlicher alter Mann mit einem neurotischen Hund auf. Diese Begegnung führt zu einer Reise in einem Campingbus. Helmut schafft es, Paulas Lebenswillen wieder zu erwecken.

Paula meint dazu: Wenn Trauer eine Sprache wäre, hätte ich jetzt zum ersten Mal jemanden getroffen, der sie genauso flüssig sprach wie ich, nur mit einem anderen Dialekt.

 

Von Christa Johanna Gundt

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